Mit der Aufwertung zum Fernradweg „Fietsallee Nordkanal“ zur Euroga 2002 hat die Nordkanalroute auch eine touristische Bedeutung bekommen, die mit der Auszeichung als Radweg des Jahres in NRW 2009 noch einmal unterstrichen wurde. Die Preisverleihung fand zwar in Viersen statt, aber in Neuss zeigt sich der hier noch gut erhaltene Kanal von einigen seiner schönsten und historisch wie technisch interessantesten Seiten. In Verbindung mit dem Stadtbild entfaltet er sogar einen besonderen Charme. Wir hoffen übrigens, dass die Stadt das touristische Potenzial entdeckt und einige Engstellen beseitigt, damit Gäste von außerhalb sich auf der Fietsallee so richtig wohlfühlen.
Reise in die Vergangenheit
Eine Einführung in die politisch und wirtschaftlich spannende Historie des Kanals finden Sie auf radamrhein.de. Hier laden wir Sie ein, mit uns den Spuren zu folgen und auf Nordkanalfahrt zu gehen – ganz real am 21. Mai von Neuss oder am 1. Juni von Kaarst aus, jeweils um 10 Uhr am Rathaus.
Die Nordkanalroute beginnt am Neusser Sporthafen gleich neben der Erftmündung. Parallel zum hier trockengelegten Kanalbett fahren wir über den Scheibendamm das liebevoll restaurierte Kanalwärterhäuschen an und gleich darauf zum Epanchoir. Dieses vollständig erhaltene historische Sperrwerk an der Kreuzung des Nordkanals mit der Obererft ist ein technisches Meisterwerk von Napoleons Ingenieuren und dient heute noch der hydraulischen Regulierung. Hier beginnt der Wasser führende Teil des Kanals.
Weite und enge Wege
Am Ende der Allee wechselt der Weg auf die andere Seite des Kanals in das Erholungsgebiet Jröne Meerke. Hier kommen sich auf engen Wegen die Radfahrer mit den vielen Spaziergängern und Joggern unvermeidlich etwas in die Quere. Im weiteren Verlauf an der viel befahrenen Viersener Straße (ehemals B7, heute L390), die in Kaaarst-Holzbüttgen zur Neersener Straße wird, geht es streckenweise noch enger zu. Deshalb gibt es Überlegungen, den Weg in der Verlängerung der Kastanienallee Am Stadtwald auf der ruhigeren Südseite des Kanals nach Holzbüttgen zu führen. Der ADFC begrüßt diese Trassenverlegung und setzt sich bei den Städten Neuss und Kaarst dafür ein, dass sie auch realisiert wird.
Anmerkung: Diese Pläne wurden erst möglich im Zusammenhang mit der Verbreiterung der A57-Brücke über die L390 an der Stadtgrenze Neuss/Kaarst. Ohne dieses Großprojekt für KFZ-Verkehr wäre an eine größere, wenn auch im Vergleich immer noch bescheidene Investition in einen neuen Radweg nicht zu denken. So ist das leider im deutschen Straßenbau, beim Blick in die benachbarten Niederlande kann man schon neidisch werden.
Brückenbau
Wo die Kaarster Tourenradler am 1. Juni hier weiter Richtung Viersen fahren, verlassen die Neusser am 21. Mai die Fietsallee und nehmen ihr Ziel, den schönen Schlosspark Neersen, ins Visier. Hier lässt man sichs im Park-Café gutgehen, genießt den Blick auf die Skulpturen und alten Bäume und lässt ausgiebig die Seele baumeln. Erst wenn das alles in Ruhe erledigt ist, geht es auf den Rückweg durch einen sinnlichen Erlebnisgarten mit Summstein und anderen seltsamen Sensationen. Aber das ist dann schon ein neues Thema.
